Germanische Tracht im römischen Köln in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. geb.

In Köln gibt es aus dem Laufe des 1. Jahrhunderts bereits einige Denkmäler, in denen sich vor allem ausgediente Veteranen des römischen Reiches in Stein verewigt haben. Die Einheimischen Ubier scheinen dieses neuartige Medium noch nicht sofort für sich endeckt zu haben. Interessant sind allerdings die Darstellungen die den Ubischen Matronen gewidmet sind, da diese in einheimischer Tracht dargestellt sind. So kann das Beibehalten der ubischen Tracht zumindest bei den Frauen noch bis in das  2. Jh. n. Chr. nachgewiesen werden.

Oftmals wurde das römische Bürgerrecht wichtigen Persönlichkeiten der romanisierten Stämme als Geschenk gegeben, um die Stämme stärker an das Reich zu binden. Auch durch den Militärdienst im römischen Heer konnten sich die unteren Bevölkerungsschichten das Bürgerrecht erwerben. Das Tragen der Toga war ein mit dem Bürgerrecht verbundenes Privileg, das den Reichtum und den sozialen Status demonstrieren sollte. So ließen sich die ubischen Männer natürlich auf ihren späteren Steindenkmälern in ihrer Festtagstracht mit der Toga abbilden. Wie die Alltagkleidung ausgesehen hat bleibt unter diesen Umständen schwer zu klären. Es ist recht wahrscheinlich, dass die ubischen Männer im Alltag noch an ihrer ursprünglichen germanischen Kleidung festhielten.

Cesar erwänt in seinem Bellum Gallicum das die Ubier ihm Schiffe zur Rheinüberquerung anboten, so kann man von einer ausgedehnten Rheinschiffahrt und kontakt mit keltischen Stämmen ausgehen. Auch werden die Ubier von Cesar als zivilisierter als andere Germanenstämme beschrieben. Zivilisiert bedeuted Wahrscheinlich, dass die Ubier der keltischen Kultur etwas näher standen. Es ergibt sich also ein sehr vielseitiges oder auch schwammiges Bild.

 

Die Hose

Typisch für die Germanische Tracht ist vor allem das Tragen von Hosen. Auf diversen römischen Skulpturen, wie beispielsweise der Markussäule oder der Trajansäule in Rom, sind Germanen in Hosen abgebildet. Auch aus den Moorfunden in Norddeutschland sind zwei lange Hosen in recht gutem Zustand erhalten, die Thorsberghose und die Damendorfhose. Beide sind im Landesmuseum von Schleswig Holstein ausgestellt. Diese Funde stammen aus dem 4. Jahrhundert und sind aus sehr feinen und aufwendig geweben Textilien hergestellt. Es gibt verschiedene Theorien zur Herkunft der im Moor gefundenen Kleidungsstücke. Man kann zumindest definitiv sagen, dass es sich um Kleidung der Oberschicht handelte. Ob diese Textilien aus anderen Teilen des römischen Reichs kommen ist schwer zu sagen, meiner Meinung nach kann handelt es sich aber zumindest recht eindeutig nicht um römische Schnitte handelt. So könnte beispielsweise nur der Stoff importiert sein, die dann aber erst von Einheimischen verarbeitet wurde. Es ist zwar möglich, dass Hosen aus dem 1. Jh. einen ähnlichen Schnitt hatten, aber das ist nur mit wenigen Bildquellen in Form von römischen Plastiken zu untermalen.

Germanische Ratssitzung, auf der Markussäule. Alle abgebildeten Personen tragen den Rechteckmantel und einige hosen sind auch zu erkennen.

Ein weiterer recht interessanter Fund ist die Marx-Etzel Hose aus Niedersachsen die etwa ins dritte Jh. v. Chr. datiert wird. Es handelt sich um eine kurze Hose, die aus einem Rechteck geschnitten wurde. Sie reicht bis knapp unter das Knie und ist oben am Bund sehr weit, da sie im Gegensatz zu den Funden aus Schleswig, nicht mit Keilen auf Passform geschnitten. 

 

Der Mantel

Der Cucullus ist eine art Regencape. Ein vermutlich keltisches Kleidungsstück, dass von den Römern übernommen wurde. Er ist nur etwa Hüftlang und durch den geringen Stoffverbrauch eher ein Kleidungsstück für Bauern und Handwerker.

Der Rechteckmantel der noch durch das frühe Mittelalter hindurch die germanisch Tracht dominiert, ist auch vor und nach dem Jahre 0 vielfach belegt, allerdings scheint er innerhalb des römischen Reiches, seine Rolle als Statussymbol zu verlieren. 

Links: Diese kleine Statuette trägt einen Cucullus, sie stammt aus einem Grab in Vetralla und ist in die römische Kaiserzeit datiert.  Rechts: Ein weiteres sehr schönes Beispiel für eine Cuculle trägt zum Beispiel auch das Treverermänchen aus Rheinischen Landesmuseum in Trier.

 

Diese Figur zeigt eine ebenfalls germanische Gottheit. Ein Indiz dafür, dass der Rechteckmantel auch unter römischer Herrschaft von einheimischen weiter getragen wurde. Neben den römischen und den östlichen Gottheiten die durch das Militär einzug fanden wurden auch keltische und Germanische Götter weiterhin verehrt.

 

 

 

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